Andachten:

Stell dir vor, du gehst durch die Stadt. Jemand spricht dich an und fragt: “Kennen Sie Olaf Scholz?” Wahrscheinlich würde man diese Frage mit “Ja” beantworten. Natürlich kennen wir Olaf Scholz. Er ist schließlich der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Vielleicht kennen wir sogar einige wichtige Daten aus seiner Vita. Wir wissen zum Beispiel, dass er im Kabinett Merkel Finanzminister war. Vor dieser Zeit war der Oberbürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Er ist Mitglied in der SPD, und war in jungen Jahren Mitglied bei den Jusos. Olaf Scholz hat Rechtswissenschaften studiert und ist mit der SPD-Politikerin Britta Ernst verheiratet. Aber können wir mit diesem Wissen behaupten, dass wir Olaf Scholz wirklich kennen? In Interviews vor der Presse ist er immer sehr gefasst und präsidial. Wie verhält er sich aber, wenn er alleine und unbeobachtet ist? Ist er auch noch so ruhig, wenn er sich beim Frühstück direkt mit Kaffee bekleckert hat? Wollen wir ehrlich sein: eigentlich kennen wir Olaf Scholz gar nicht. Nur sehr bruchstückhaft ist dieser Mann uns bekannt.

Und wie sieht es mit dir selbst aus? Wieviel Menschen aus deinem Lebensumfeld kennen dich wirklich? Wenn wir diese Menschen namentlich benennen müssten, würden wir jetzt wahrscheinlich unsere Ehepartner oder Kinder, enge Freunde oder Verwandten nennen. Aber kennen diese Menschen uns wirklich? Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber in meinem Leben gibt es Dinge, die selbst meine Frau nicht von mir weiß. Dinge, die mir vielleicht sehr peinlich waren oder sind und die nur ich selbst mitbekommen habe. Oder nehmen wir einfach einmal nur unsere Gedanken. Es gibt durchaus eine ganze Reihe von Situationen, wo ich ehrlich froh bin, dass andere Menschen nicht meine Gedanken sehen können.

In 2. Mose 33,17 sagt Gott zu Mose: denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.

Das Wort „Name“ steht für die ganze Person. Gott kennt Mose nicht nur ein wenig oberflächlich. Gott kennt Mose durch und durch. Und genauso kennt Gott auch dich und mich. Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht ein wenig erschreckend. Aber wenn wir genauer hinsehen, stellen wir fest, wie wohltuend das doch eigentlich ist! Ich kann und muss vor Gott nichts verheimlichen oder verbergen, weil ich das sowieso nicht kann! Vor Gott kann ich genauso sein, wie ich bin. Verbergen, verheimlichen, taktieren alles das bringt mich vor Gott nicht weiter. Wenn ich an Gott glaube, dann bin ich sein Kind! Ich kann ihm offen und ehrlich sagen, was ich denke, fühle oder empfinde. Ich kann ihm ohne Hemmungen alle meine Ängste und Sorgen nennen aber auch alle Wut, mein Unverständnis oder wenn ich mit dem Weg, den er mich gerade führt nicht einverstanden bin.

Wenn ich es aus dieser Sicht sehe, bin ich dankbar, dass Gott auch mich durch und durch kennt, denn so darf ich ehrlich zu ihm sein.

Ehrliche Grüße,

Dein Christoph Meys

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